Geschichte

Geschichte

Im späten 19. Jahrhundert machte der französische Chemiker und Nobelpreisträger für Chemie (1906), Henri Moissan, eine interessante Entdeckung.

Der Chemiker entdeckte, dass sich durch Mischen der Wolfram- und Kohlenstoffpulver eine neue Verbindung bildet. Eine Verbindung, die, wenn sie bei hoher Temperatur in einem eigens konstruierten Elektrolichtbogenofen erhitzt wird, ein sehr hartes und verschleißfestes Material bildet. Es war jedoch ein zu fragiles Material, als dass es in den heutigen typischen Hartmetallanwendungen verwendet werden könnte. Dieses Problem wurde 1914 von Karl Schröter analysiert und gelöst. Schröter war zu dieser Zeit bei Osram als Forscher tätig.

Seine Forschungen waren sehr spezifisch und betrafen die Möglichkeit, neue Materialien zum Ziehen der Glühfäden von Glühbirnen zu finden. Der Draht in der Glühbirne bestand aus einer Stahlkette, die sich im Laufe der Zeit aufweitete, wenn die Drahtmatrix verschliss. Mit anderen Worten, zu Beginn der Prozedur war der Draht kleiner und wurde während der Beanspruchung immer größer.

Schroter war angewiesen worden, ein widerstandsfähigeres Material als Stahl zu finden, um den Wolframdraht zu ziehen.

Der Chemiker machte mehrere Versuche. Bei dieser Forschung fand er die Lösung durch Mischen von Wolfram und Kobalt: eine Intuition, die ihn zu einem neuen Material führte. Er entdeckte, dass es möglich war, Wolframcarbidpulver mit einem Metallbindemittel, wie Nickel oder Kobalt, zu mischen. Dann konnte das Gemisch bei einer Temperatur von etwa 1500 ° C gesintert werden. Auf diese Weise wurde ein Produkt mit geringer Porosität, sehr hoher Härte und guter Zähigkeit gewonnen.

So kam es dazu, dass der Chemiker eine neue Legierung enteckte, als er ein praktisches Problem im Zusammenhang mit der Herstellung von Glühbirnen löste. Dieses Material wurde erstmals 1927 von Krupp unter dem eingetragenen Namen „Widia“ (wie Diamant) als Schneidewerkzeug eingeführt.

Dessen kommerzieller Werdegang ist jedoch komplexer. In Deutschland erwarb Friedrich Krupp das ursprüngliche Patent und führte ein Produktionsprogramm mit Widia durch, das hauptsächlich aus Carbid-Wolframpartikeln bestand, in welche eine Kobaltmatrix bestehend aus 5 bis 15% der Gesamtzusammensetzung eingestreut wurde. Nach zähen Verhandlungen mit Krupp gingen alle Rechte an die Amerikaner von General Electric über, während Krupp das Recht behielt, Hartmetall in die Vereinigten Staaten zu exportieren. General Electric gründete die Carboloy Company, die ihre Tochtergesellschaften Firth-Sterling Steel Company und Ludlum Steel Company eröffnete. Zu dieser Zeit war das Hartmetall in Amerika unter den Bezeichnungen Carboloy, Dimondite und Strass Metal bekannt.

Obwohl schon 1922 die ersten Produktionstests in den Laboratorien in Essen durchgeführt wurden, begann Krupp erst 1926 mit dem Widia-Handel in Deutschland.

War es ein teures Material?

In den 20er und 30er Jahren war das Hartmetall sehr teuer, mit einem Preis von heute umgerechnet mehr als 450 Euro pro Unze. Aber selbst zu diesem Preis konnte seine Verwendung wirtschaftlich gerechtfertigt sein.

In der Tat stammt der Brauch, nur die Spitzen der Instrumente aus Hartmetall zu machen, aus wirtschaftlichen Überlegungen. Auf alle Fälle wurden im Jahre 1928 die Instrumente aus Widia bei General Electric getestet und von da an der Öffentlichkeit bekannt gemacht.